Leukämie & Tumor Lotse

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00:00:00: Schmerzen bei Krebserkrankungen treten ja auch deswegen so häufig auf, weil es verschiedenartige Mechanismen gibt.

00:00:06: Das naheliegende ist natürlich dass die Tumorerkrankung selbst in den Schmerz verursacht.

00:00:11: Da gibt es schwächere Medikamente, sogenannte Stufe II-Medikamente und dann starke morphinartige Medikamente, Stufe III-Medikamente das man natürlich auch nicht nur jetzt gerade weniger schmerzmedikamente gibt sondern auch schaut wie geht es diesen Menschen psychisch?

00:00:28: Krebs und Schmerzen sind ja zwei Wörter, die schon jeder für sich genügend Sorgen und Angst verbreiten.

00:00:34: Aber in der Kombination ist recht.

00:00:36: Deswegen sind wir heute im Uniklinikum Heidelberg um darüber zu sprechen was für Krebspatienten aber auch für Langzeitkrebs überlebende in der Schmetztherapie gemacht werden kann.

00:00:46: Und ich will so viel sagen es gibt wirklich sehr viele Möglichkeiten.

00:00:50: Wir sprechen heute mit Herrn Professor Alt Epping.

00:00:52: vielen lieben Dank dass Sie heute da sind.

00:00:54: sie haben so viele Titel und Qualifikation das an wirklich schier schwindelig wird.

00:00:58: Sie sind hier der Ärztliche Direktor der Klinik für Paläatischmedizin.

00:01:02: Sie sind Onkologe, sie haben eine Zusatzausbildung für Notfallmedizin aber auch für Schmerztherapie.

00:01:11: Vielen lieben Dank, dass ihr heute da seid, insbesondere für die Schmerztherapie.

00:01:14: darüber wollen wir sprechen.

00:01:17: Die erste Frage wäre in der Interaktion zwischen Patient und Arzt, wenn der Patient sagt ich habe Schmerzen?

00:01:25: Was bedeutet das dann?

00:01:28: Das bedeutet tatsächlich ... dass der Patient Schmerzen empfindet, nicht?

00:01:32: Also es kommt ja häufig vor, dass man irgendwie versucht von außen festzustellen hat.

00:01:36: Hat der Patient wohl wirklich Schmerz oder nicht?

00:01:38: aber letztendlich erzählt das was der Patient sagt und das entspricht übrigens auch der wissenschaftlichen Definitionen von Schmerzt, dass es darum geht um das subjektive Erleben geht, dass Menschen Schmerze empfinden und von außend natürlich dann auch das so angenommen gehört.

00:01:58: Ich glaube, das ist eine wirklich wichtige Nachricht.

00:02:00: Weil ich befürchte, dass manche Patienten das anders erlebt haben in ihrer historiennde Interaktion mit Ärzten.

00:02:08: Aber jetzt noch mal zurück zu der Frage Krebs- und Schmerz ... Ist denn tatsächlich etwas, was so häufig in der Kombination auftritt?

00:02:16: Dass wenn man Krebs hat, also es ist mindestens ne Sorge, die viele Patienten haben, die den Krebsdiagnosen bekommen, dass sie Angst haben, dass sich auch Schmerzen haben werden, tritt das wirklich so häufig auf oder ...

00:02:27: Wenn man ehrlich ist, muss man sagen.

00:02:28: Das Krebschmerz eines der häufigsten Begleitsymptome von Krebserkrankungen neben der Schwäche, die manchmal noch häufiger auftritt und manchmal auch noch belastender empfunden wird als Schmerzen selbst.

00:02:43: aber Schmerz gehört zu den häufigsten Symptomen bei Krebs Und deswegen ist es einfach so wichtig von vorneherein und ganz von Anfang an auch dieses Symptom mit dem Blick zu haben weil tatsächlich das natürlich auch etwas ist was viele Menschen auch mit Krebsanleit assoziieren, dass es eine schmerzhafte Erkrankung sein könnte und da gibt das aber wirklich manikfaltige Möglichkeiten dagegen anzugehen.

00:03:06: Ich glaube was aber auch noch mal total wichtig ist den Patienten aufzuzeigen, dass sie offen und schnell darüber kommunizieren sollten mit ihren behandelnden Ärzten oder?

00:03:16: Das stimmt!

00:03:17: Jetzt auch im Onklogiekontext selbst, wo es ja primär natürlich eben um die Applikation von entsprechenden volksamen Medikamenten geht wird häufig genug so eine Art von Zurückhaltung wahrgenommen.

00:03:30: Dass Menschen sich doch sehr bedeckt halten was Wirklichkeit ihr Schmerzerleben angeht und das ist eigentlich nicht nötig und auch nicht sinnvoll weil wir natürlich das behandeln können.

00:03:45: Wir wollen, dass Menschen diese Situation möglichst gut aushalten können und überstehen können.

00:03:51: Weil das eine Krisensituation ist.

00:03:53: Ich glaub manchmal sagen die Patienten dann ja so ... ich wollt nicht jammern!

00:03:56: Und was weiß ich?

00:03:58: Vielleicht haben manche Patienten auch Sorge den Fokus des Arztes von dem Wichtigen, was nämlich die Therapie des Krebs ist, es wegzuziehen.

00:04:04: Aber ich glaube, das ist nicht gerechtfertigt oder?

00:04:07: Absolut.

00:04:08: Es gibt tatsächlich sogar auch Daten aus Befragungsstudien, gezeigt haben, dass Patienten deswegen auch zurückhaltend sind über Schmerzen mit ihrem Arzt zu sprechen.

00:04:19: Mit dem Onkologen zu sprechen weil sie Sorge haben das dann wirklicherweise die Therapie nicht appliziert würde und die Chemotherapie in Verzögerung geraten könnte oder so.

00:04:29: Das trifft erstens nicht zu und zweitens ist es für den onkologisch tätigen Arzt natürlich super wichtig zu wissen ob schmerzen vorhanden sind vielleicht sogar neue Schmerze vorhandenen sind wo sich natürlich allemal lohnt das abzuklären In der Ursache, aber auch in der Behandlung.

00:04:45: Im Rahmen von Krebstherapien gerät ja das Thema Lebensqualität ja oftmals ironischerweise aus Sicht der Patienten so ein bisschen aus dem Fokus.

00:04:56: Aber ich glaube gerade wenn es um Schmerzen geht ist es ja ganz wichtig dass in den Fokus wieder reinzunehmen.

00:05:04: Also das wäre natürlich das Ideal, dass einfach Onkologie nicht nur dafür da ist durch Therapien, das Leben zu retten und auch Lebenszeit zu verlängern.

00:05:13: Sondern dass es immer darum geht, Lebensqualität zu verbessern ... und zu erhalten.

00:05:20: Und auch darauf aufzupassen, dass die Therapie zum Beispiel die Lebensqualität allzu sehr verschlechtert.

00:05:28: Trotzdem aber glaube ich, dass es zur Behandlung von Krebs als Erkrankung natürlich ... Um mehr geht als nur um die Applikation von wirksamen Medikamenten, sondern auch um die Behandlung der zugehörigen Symptome und dazu zählt Schmerz zuvor.

00:05:44: Jetzt hatten wir gerade gesprochen über Schmerzen, insbesondere im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung.

00:05:49: Was sind denn da die Ursachen für den Schmerze überhaupt?

00:05:53: Also schmerzen bei Krebserkrankungen treten ja auch deswegen so häufig auf, weil es ... verschiedene Mechanismen gibt, wie es überhaupt zu Schmerz kommt.

00:06:04: Das naheliegende ist natürlich dass die Tumorerkrankung selbst in den Schmerzen verursacht.

00:06:09: Tumoren sind ja Schwellungen geschwulste, die halt auch mit einer Begleitsschwellung und Begleitentzündungsreaktion manchmal einhergehen und dadurch eben auch auf Organe- und Hologanebauch leber drücken können durch diesen Raum fordern einen Effekt einfach zu Schmerzen verursachen können.

00:06:34: Aber auch dadurch, dass zum Beispiel ganz mechanisch gedacht zu mohren dann zb den Darm oder andere Hohlorgane zudrücken können von außen und es dadurch nicht mehr weitergeht schmerzen entstehen können.

00:06:49: Metastasen verursachten Schmerzendurchdruck in der Leber wenn das auf die Leberkapsel drückt von innen sozusagen gegen die Leberkapsel geht.

00:06:59: All das sind breien mechanisch vorstellbare Schmerzursachen, aber es gibt natürlich auch noch andere Schmerzzustände, die zum Beispiel mit Tumorerkrankungen lediglich assoziiert sind.

00:07:11: also wenn Menschen z.B.

00:07:13: mit einer Blutkrebserkrankung oder Chemie oder Fumerkrankung Ja, auch durchaus abwehrgeschwächt sind.

00:07:20: Und zum Beispiel eine Götterose, eine herbestoster Infektion bekommen und tut das natürlich auch weh ... Dann ist es aber nicht die Leukämie selbst, sondern nur damit assoziierte Infektionen.

00:07:32: Und dann gibt's natürlich auch Schmerzen, die mit den Therapieverfahren selbst zu tun haben.

00:07:39: Also die Zahl der zur Verfügung stehenden Medikamente- und Substanzgerocken, die wirksam sind bei Krebs hat ja wahnsinnig zugenommen Und da sind durchaus eine Reihe von Substanzgruppen dabei, die als Nebenwirkung selbst auch die Schmerzen dabei haben.

00:07:54: Auch unterschiedliche Arten von Schmerz im Übrigen.

00:07:57: und dann last but not least gibt es natürlich auch genügend Menschen Betroffene, die Schmärzen haben, die gar nichts mit der Krebserkrankung zu tun haben, den ja noch obendrauf kommen.

00:08:07: Viele Menschen mit einer Krebserkrankung sind ja älter.

00:08:09: Ja!

00:08:12: Die degenerativen Rückenschmerzen ... Die rheumatische Begleitererkrankung, andere Schmerzzustände die diese Patienten halt sowieso schon haben.

00:08:21: Die gehen ja dadurch nicht weg sondern die sind ja noch zusätzlich da und insofern kumpulieren diese verschiedenen Ursachen halt miteinander.

00:08:28: Und jetzt im letzten Beispiel wäre es dann schon so dass auch der Onkolog gesagt okay ich bin jetzt kein Orthopäder aber ich kümmere mich um die Schmerzen jetzt auch oder?

00:08:37: Ich glaube, da würde man schon gucken, dass man auch abklärt.

00:08:42: Was für eine Ursache haben die Schmerzen?

00:08:44: Natürlich würde man degenerative Rückenschmerzen oder eine Spinalkanalstenose, die also ein orthopädisches Problem darstellt anders behandeln als jetzt tumorbedingte Schmerz und insofern ist es sicherlich hilfreich da auch genauer zu gucken.

00:08:59: wo kommt der Schmetz wirklich her?

00:09:01: Und ich glaube, dann gibt's ja zuletzt noch die Gruppe von den Patienten, die ihre Krankheit überlebt haben.

00:09:07: Die Therapie ist fertig und so weiter und so fort.

00:09:08: Aber tatsächlich langerfristig bedingt wahrscheinlich auch durch die Therapie der Entschmerzen auftreten?

00:09:15: Ja

00:09:15: ... also da ... Also das klassische Beispiel für Patienten, die ihre Krebserkrankung gut überstanden haben und auch krebsfrei sind und auch zu erwarten ist.

00:09:25: Dass die Krebserkrankungen nicht wiederkommen und trotzdem Schmerzen haben – es ja die sogenannte Polyneuropathie-Schmerzen, die etwas mit Nervenschädigungen zu tun haben, die in aller Regel gar nicht mit der Tumorerkranking selbst.

00:09:39: zu tun hatten, sondern mit den Medikamenten die appliziert werden mussten um diese Tumorerkrankung wegzumachen.

00:09:45: Und sie führen immer zur feinsten Nervenschädigungen, die eben halt mit Kribbeln oder Taubheit oder schmerzhaftem Empfinden gerade in den Fingern und in den Phüßen einhergehen.

00:09:56: Jetzt

00:09:57: haben wir einen Überblick gemacht was die Ursachen sind von Schmerzen?

00:10:00: Aber was natürlich die Leute viel mehr interessiert, ist das ... Was kann man denn dagegen machen?

00:10:05: Und ich glaube da wär's schön, wenn wir mal ein bisschen reingehen würden.

00:10:08: Mal einen Überblick schaffen über mögliche Therapien gegen Schmerzen.

00:10:13: Das Wichtigste, glaub ich, ist dass Kausale und symptombezogene Maßnahmen eigentlich immer Hand in Hand gehen sollten.

00:10:20: Also Kausalemassnahmen, es ist auch als Onkologin gefragt, was kann ich eigentlich ursächlich tun?

00:10:27: Gegen die Tumorerkrankung, gegen ... Diese Druckproblematik, die da z.B.

00:10:33: steht oder diese Kompressionsproblematika entsteht und man durch eine wirksame Tumortherapie natürlich auch dann die Schmerzen lindern kann in dem einfach die Ursache natürlich weniger wird und weniger Druck ist und weniger Kompression an der Stelle dann ist selbstverständlich immer im Blick haben.

00:10:57: Und das ist ja auch wirklich das Kernstück von Onkologie, genau das zu tun und parallel dazu aber gehört es sich finde ich dass man auch gleichzeitig symptom orientiert schaut was kann nicht gegen die Schmerzsituation tun?

00:11:10: denn die onkologischen Verfahren brauchen natürlich eine Weile bis sie wirken und insofern gehört eine gute umfassende symptom orientierte Behandlung meiner Wahrnehmung von Anfang an mit dazu Und da würde man nochmal unterscheiden zwischen den Maßnahmen, die zum Beispiel nicht medikamentöser Art sind.

00:11:29: Also manche Menschen profitieren mit tumorbedingten Bauchschmerzen und profitieren in einem Raum von Wärme.

00:11:37: Manche aber auch ja von Kälte oder Lagerungsmethoden...

00:11:42: Was ist damit Gemeindelagerungsmethode?

00:11:44: Dass man auch wenn

00:11:49: z.B.,

00:11:50: Knochen betroffen sind, dass man eben auch schaut wie man den Arm lagern und einpacken kann.

00:11:56: Dass er durch die Bewegung nicht wehtut.

00:11:58: Das sind eigentlich triviale Dinge.

00:12:00: Aber trotzdem glaube ich, kann man dadurch enorm viele ... wir nutzen auch generieren durch solche Allgemeinmaßnahmen, die gar nicht medikamentöser Art sind um eine Schmerzwinderung herbeizuführen.

00:12:12: Und dann als nächstes kommt man natürlich sehr rasch auf Medikamente Und da werden wir sicherlich auch noch mal näher drauf eingehen auf die ganze Palette und verschiedenartigen Schmerzlindern, wirkenden Medikamenten.

00:12:26: Aber es gibt natürlich auch andere Methoden, die auch in der Onkylogie und gerade bei Krebsschmerzen zur Verfügung stehen vor allem dann wenn den Schmert sich wirklich als Refractär, als sehr hartnäckig erweist onkologischen Erkrankungssituationen.

00:12:46: Kann zum Beispiel die Strahlentherapie sehr, sehr gut helfen, Schmerzen zu lindern?

00:12:51: Also wir in der Prädativmedizin ziehen häufig auch die Strahlentherapie mit ein und gucken das

00:12:56: z.B.,

00:12:57: dann Metastasen im Knochen oder an anderen Stellen bestrahlt werden vor allem mit dem Ziel, die Schmerzenzulindern, auch wenn wir wissen dass die Erkankungen insgesamt möglicherweise dadurch gar nicht wegzubekommen ist.

00:13:08: aber in der Regel bietet es einen doch sehr deutlichen schmerzenden Effekt.

00:13:13: Oder auch wirklich sehr moderne Technologien jetzt.

00:13:16: Wenn ich da kurz einhaken darf, also das funktioniert dann so, dass die Metastase wirklich kleiner wird?

00:13:21: Genau.

00:13:21: Also tatsächlich okay.

00:13:24: Weniger Druck ist und weniger Schwellungssituationen entsteht mehr Vernarbungen entsteht und weniger Wachstumsaktivität in den jeweiligen Tumor-Orten, Tumormandifestationsorten.

00:13:38: Und dann ... Aber das lässt sich noch erweitern.

00:13:41: Also jetzt wirklich für besonders hartnäckige Situationen, die zum Beispiel etwas mit Nervenschmerzen zu tun haben hat auch die Neurochrologie sehr moderne operative Interventionsmöglichkeiten um dort da auch sehr hartnägige Schmerzen auch zu lindern und insofern ist es auch wichtig der den Austausch zu suche mit anderen Fachdisziplinen.

00:14:02: wenn also Schmerzsituationen wirklich mal hartnäckig verlaufen sollten und man mit den üblichen Maßnahmen nicht weiterkommt, gibt es doch in der Regel eine Reihe von Möglichkeiten da, die man dann doch irgendwie anbieten kann.

00:14:19: In der Schmerztherapie sind Medikamente ja auch ganz wichtig.

00:14:23: Können Sie uns vielleicht da ein bisschen was dazu erklären?

00:14:25: Was das so typisch ist?

00:14:27: Genau, es gibt mindestens drei oder vielleicht sogar auch vier verschiedene Artige Schubladen von Substanzgruppen, von Medikamenten die schmerzlindernd wagen.

00:14:40: Und die einfachste Substanz-Gruppe, die wir natürlich auch immer als erstes bedienen und im hausärztlichen Bereich, im Onkologiebereich natürlich zuvor das steht... Das sind Medikamente, die man aus dem Haus gebraucht kennt wie Paracetamol, Ibuprofen, Dekrophinak, Neoregine ist bei uns wichtig.

00:14:59: Das sind alles Medikamente, die z.B.

00:15:01: mit Morphin nichts zu tun haben und deswegen heißen sie auch nicht Opioid-Anergetika also nicht morphinartige Schmerzmittel.

00:15:10: Und wenn das aber nicht reicht dann wird man schon auch hoffentlich eher frühzeitiger als zu spät auf stärkere Mittel zurückgreifen wollen, die dann aber in der Regel doch aus diesem Morphinartigen Medikamenten herkommen.

00:15:32: Da gibt es schwächere Medikamente, sogenannte Stufe II-Medikamente und dann starke morphinartige Medikamente, also Opioide, so eine Stufe III-Medikamente die auch für starke Tumorschmerzen zugelassen sind und sehr sinnvoll sind.

00:15:50: Aber wirksam sind?

00:15:51: Ja, sind sehr wirksam und letztendlich auch ein Stück weit unverzichtbar sind, wenn man dann gerade diese zum Teil ja auch starken Schmerzzustände wirklich gut behandeln möchte.

00:16:04: Und die vierte Schublade – das sind Medikamente, die eigentlich gar nicht aus der Schmerztorapie kommen sondern aus anderen Bereichen der Medizin und der Epilepsiebehandlung

00:16:13: z.B.,

00:16:15: also neurologische Medikamente, weil man so will, vor allem bei nervenbedingten Schmerzen hilfreich sein können oder auch Medikamente, die ursprünglich eigentlich in der psychiatriellen Psychotherapie benutzt worden sind.

00:16:28: Die aber auch eben sehr gute schmerzdistanzierende Wirkungen haben.

00:16:34: Weil das wirklich so wichtig ist, machen wir noch mal einen ganz eigenen Film dazu und waren richtig in die Tiefe gehen dazu.

00:16:40: Ich glaube vielleicht nochmal ganz wichtig kurz zu sagen ... diese nervenbedingte Schmerze Ist denn, dass der Nerv an sich so ein bisschen kaputt gegangen ist?

00:16:51: Der Tumor ist weg und was ich weiß.

00:16:52: Aber der Nerve an sich ist beschädigt.

00:16:55: Gibt es falsche Signale, kann man das sagen oder ...

00:16:58: Ja, aber es kann auch sein, dass er selbst auf den Nerven drückt, ihn züchtet und quetscht wenn man das mal rein mechanisch sich vorstellt.

00:17:08: Viele Menschen kennen das aus ... dem Alltagserleben, wenn man mal einen Hexenschuss gehabt hat.

00:17:13: Wenn wir eine Bandscheibe auf Nervenwurzeln drückt, dann schießt das das ganze Bein runter.

00:17:18: Aber das Bein an sich ist natürlich vorkommend in Ordnung.

00:17:21: Sondern es ist halt ein fortgeleiteter Schmerz, weil der Nerv selbst betroffen ist und das gibt's bei Tumorerkrankungen in vergleichbarer Weise auch.

00:17:30: Ich glaube, das ist wirklich noch mal wichtig zu verstehen.

00:17:33: Das ist so ein bisschen für Patienten so abstraktner, wie das genau funktioniert mit den Schmerzen.

00:17:38: Ich glaub, dass es immer wichtig zu verstehen, woher alles kommt.

00:17:42: Jetzt hatten sie sich schon ein bisschen auch gesprochen über Wärme und Kälte und Lagerung.

00:17:49: Für mich persönlich sind solche Sachen ganz wichtig als Physiotherapie

00:17:53: usw.,

00:17:54: da gibt's eigentlich auch für was hilft gegen Schmerz.

00:17:58: Absolut.

00:17:58: Also Physiotherapie ist gerade auch im multiprofessionellen Kontext, so viele Berufsgruppen involviert sind in der Krebstherapie einfach super wichtig.

00:18:08: also wenn es um Schmerzbehandlung geht aber auch um Verstopfung geht oder um Atmung oder überhaupt um Mobilisation ist Physitherapie hier einfach superwichtig in der Krebsbehandelung.

00:18:22: Ich glaube eine ganz wichtige Frage Können die Patienten den realistischerweise erwarten in der Schmerztherapie?

00:18:31: Ist es realistisch zu hoffen, dass dann einfach alles weg ist und man wieder sich ganz normal fühlt?

00:18:36: oder ist das eigentlich eine unrealistische Hoffnung.

00:18:40: Doch ich denke schon, dass die Erwartungshaltung sein darf, dass man die Schmerzen weitgehend wegbehandeln kann selbst auch mit den Möglichkeiten, die in einer Hausarztpraxis oder auch in der Onkologie unproblematischer Weise vorhanden sind.

00:18:56: Wir gehen davon aus, dass zwanzig Prozent aller Schmerzzustände wirklich auch so problematisch sich entwickeln können.

00:19:04: Dass es dann auch noch mal zusätzliche Expertise und auch wirklich beherztere Methoden braucht um die Schmerzen zu behandeln.

00:19:13: Und jetzt in meinem Bereich der Palliativmedizin muss man natürlich zugeben das dort... vor allem die Patienten hinkommen, wo gerade die Schmerzzustände besonders schwer in Griff zu kriegen sind.

00:19:25: Insofern ist unser Blick dann natürlich so ein bisschen auch verzerrt, weil wir vor allem mit Patienten zu tun haben, die schmerzbeladen sind.

00:19:33: Aber in der normalen unkologischen Regelbehandlung sind die meisten Schmerzzustände doch wirklich gut zu behandeln.

00:19:40: Jetzt hatten Sie es schon gerade angesprochen, dass es eben auch Patienten gibt bei denen eine sehr fortgeschritten Erkrankung ist und die im Sprechen neben den Schmerzen auch noch eine besondere psychische Belastung haben.

00:19:52: Wie ist es denn da?

00:19:53: Oder wie gehen Sie damit um?

00:19:55: Ich denke, der Schmerz ist ja nie nur ein Schmerzt, der irgendwie als ... keine Ahnung, als rein körperliche Symptome

00:20:04: wahrgegangen

00:20:04: wird, sondern gerade im Kontext von Krebs bedeutet der Schmärze natürlich immer eine eigenständige Belastung der Schmerzerinnert-Patienten daran, dass die Krebserkrankung da ist.

00:20:16: Wenn der Schmärz mehr wird, sorgen sich Menschen das, was auch manchmal tatsächlich so ist und aber nicht immer.

00:20:24: Und insofern hat es natürlich eine hohe auch emotionale Bedeutung, dass Schmerz da ist ... Das hat natürlich enorme Auswirkungen auf die Therapie.

00:20:35: Wir versuchen mit allen Möglichkeiten des Die zum Beispiel auch ein multiprofessioneller Ansatz zur Verfügung hat, also dass da unterschiedliche Berufsgruppen tätig sind.

00:20:48: Diese Komplexität der Schmerzwahrnehmung auch irgendwie aufzufangen.

00:20:52: Dass man natürlich nicht nur jetzt gerade linege Anergetiker-Schmerzmedikamente gibt sondern auch schaut wie geht es... diesen Menschen psychisch oder wo sind die existenziellen Nöte auch, die diese Patienten haben.

00:21:07: Aber auch was für soziale Auswirkungen hat Schmerz also können sie sich noch mobilisieren.

00:21:10: wer kauft für Sie einen?

00:21:12: Wer managt den Haushalt?

00:21:14: das sind ja auch Implikationen die mit der Schmerzzituation zu tun haben und all das versuchen wir irgendwie abzupuffern und aushaltbar zu machen.

00:21:23: Das ist natürlich etwas, was geiles Wegs nur jetzt für die fortgeschrittene Palliativ-Situation zutrifft.

00:21:29: Sondern auch in früheren Erkrankungssituationen von Relevanz.

00:21:34: ist diese Angst ... oder dass die Krebserkrankungen eben mehr wird wenn der Schmerz da

00:21:43: ist.

00:21:44: Jetzt hatten Sie die Situation so beschrieben, finde ich sehr anschaulicher und trotzdem ist es ja... finde ich teilweise auch wirklich widersprüchlich.

00:21:53: Sprechen Patienten oftmals den Schmerz sehr spät an, melden sich sehr späte zum einen gehen sie damit um und zum anderen welche Signale könnte man senden um das zu verhindern dass die Leute sich auch wirklich früher melden?

00:22:09: also was wir wollen das ist natürlich das Man selbst nach Schmerz nachfragt.

00:22:16: Also, dass das zur Routine gehört ...

00:22:18: Als Arzt?

00:22:19: Dass sie als Ärzte genau ...

00:22:20: Entschuldigung.

00:22:22: Das man von therapeutischer Seite aus fragt wie geht es ihnen?

00:22:25: und auch nachhakt und sagt was haben Sie schmerzen?

00:22:29: also Schmerzen ist wirklich ein so häufiges Symptom, dass man durchaus auch sagen kann bis zum Bewusstes Gegenteils hat mein Gegenüber Schmerze.

00:22:40: Dann frage ich auch nach, haben Sie Schmerzen?

00:22:42: Das sollte eigentlich oder andere Symptome abgefragt werden können.

00:22:48: Wir nennen das Screening, dass man tatsächlich versucht mehr systematisch Belastungen von Patienten zu erfassen unter anderem auch Schmerz.

00:22:58: Auch im Onkologie-Kontext gibt es große Bemühungen von Fachgesellschaften, dass das einen strukturierteren Angang bekommt und wir mehr über die Nöte ... Belastungen und den Unterstützungsbedarf von Patienten erfahren auf einer Routinebasis.

00:23:14: Also ohne dass die Patienten jetzt irgendwie von sich aus das erzählen müssen, sondern dass man routinemäßig danach fragt.

00:23:20: Das wäre der effektivste Ansatz.

00:23:22: Als Patientin sich mal gesagt, wenn man die Fragen stellt, dann erwartet man als Patient natürlich auch irgendwas passiert?

00:23:30: Ich glaube für Patienten sind sie super frustrierend, dass man zwar gefragt wird danach, in Antwort hat man alles Aber dann passiert danach nix.

00:23:37: Ja, das wär doof.

00:23:38: Das ist natürlich nicht passieren.

00:23:42: Sie sagen jetzt so wie sie aufgestellt sind, fragen sich etwas ob wir sagen können sie auch reagieren?

00:23:47: Also sie können was im Psycho-Onkologen oder was ich was zur Verfügung stellen.

00:23:51: Genau, darum geht's.

00:23:51: Daum gehen

00:23:51: die Menschen betreut.

00:23:52: Also

00:23:52: das ist das Fernziel auch ein Basiscreening zum Achen in der Onkologie wo diese verschiedenen Belastungsdimensionen Abgefragt werden.

00:24:00: und wenn zum Beispiel Atemnot vorhanden ist, kommt der Palliativarzt.

00:24:05: Aber wenn eine psychische Belasttheit vorliegt, dann kommt der Psycho-Onkologe.

00:24:10: Und wenn sozialrechtlicher Beratungsbedarf ist, da kommt der Sozialdienst.

00:24:14: Wenn mobilisationsschwierigkeiten kommen, kommt er Physiotherapeut oder Bewegungstherapeut.

00:24:20: Das ist das Ziel, dass die jeweiligen Unterstützungsbereiche direkt zugeordnet werden können.

00:24:27: Wenn Sie jetzt noch eine zentrale Botschaft an Menschen geben würden, die also Krebspatienten sind und sich so Schmerzen haben, denen sprechen für Schmerztherapie interessieren.

00:24:38: Was sollten sie unbedingt wissen oder machen?

00:24:43: Also ... Schmerze ist halt einfach extrem häufig bei Krebserkrankungen.

00:24:49: Und insofern ist es einfach hilfreich und wichtig, es frühzeitig anzusprechen.

00:24:55: Es gehört sicherlich zu den Symptomen, wo man am meisten in der Hand hat diese auch effektiv zu behandeln.

00:25:03: In einer solchen Ausnahmesituation wie der Krebserkrankung sollte man daher an dieser Stelle wirklich großzügig sein und beherzt die Schmerztherapie im Griff bringen mit der Hinzuziehung von der entsprechenden Expertise gerne anderer Fachbereiche damit diese Erkrankungssituation aushaltbar bleibt für die Betroffenen.

00:25:28: Vielen Dank, ich glaube das war jetzt wirklich noch mal ein sehr gutes Schlusswort.

00:25:32: Lieber Prof.

00:25:32: Ott Epping vielen Dank und wir werden viele weitere Filme zu dem Thema machen.

00:25:36: Ich glaube dementsprechend werden wir auch einen guten Überblick schaffen!

00:25:41: Danke auch meiner Seite.

About this podcast

Im Internet finden sich sehr viele Informationen rund um das Thema Leukämie und Krebs. Aber welche sind seriös und welche überhaupt relevant?

Wir haben in unserem Leukämie-Lotsen aus einer Reihe von Patienteninterviews die häufigsten Fragen ermittelt und zusammengetragen. Im Anschluss daran haben wir bei den großen und seriösen deutschen Krebs-Stiftungen nach den passenden Antworten und Erklärungen gesucht. Diese haben wir noch durch ein paar andere Quellen ergänzt, die komplexe Themen transparent und leicht verständlich erläutern. Mittlerweile haben wir den Themenbereich über Leukämie hinaus erweitert und behandeln auch wichtige Informationen für Tumorpatienten.

Hier, im Leukämie & Tumor Lotsen, haben wir für Sie die relevantesten und verständlichsten Antworten zu allen wichtigen Fragen rund um die Erkrankung, die Therapie, aber auch um Themen wie Sozialrecht und Fürsorge für sich selbst sowie Freunde und Angehörige zusammengestellt.

by Strube-Stiftung

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